Schlangen
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Schlangen
von admin am 12.06.2012 14:38"Feinsinnige"
Schlangen
Eine
Schlange hat keine äußeren Ohren. Aber wenn sie ihren Kopf auf den Boden legt,
kann sie ein Beutetieres "hören", das sich mehrere Kilometer weit
entfernt aufhält. Die Bewegungen des Opfers erzeugen Vibrationen im Boden,
welche die Schlange über den Unterkiefer wahrnimmt. Diese Schallwellen werden
im Innenohr wie bei anderen Wirbeltieren in Nervenimpulse übersetzt und ans
Gehirn weitergeleitet.
Jeder Mensch hat schon mal eine züngelnde Schlange gesehen. Die typisch
gespaltene Zunge dient dazu, Duftmoleküle aus der Luft einzufangen und zum
Riechorgan im Gaumendach zu befördern, zu dem sogenannten "Jacobson'schen
Organ". Auf diese Weise "erschnuppern" Schlangen ihre
Beutetiere. Das Riechorgan spielt aber auch bei der Partnersuche eine wichtige
Rolle, denn auch Sexualhormone werden über den Geruchssinn wahrgenommen.
Grubenottern, einige Boas und Pythons besitzen zusätzlich Infrarotrezeptoren am
Kopf, mit denen sie minimalste Temperaturunterschiede wahrnehmen können.
Warmblütige Beutetiere wie Mäuse, Ratten und andere Säuger verraten sich so
allein durch ihre Körpertemperatur. Mit Hilfe dieses Wärmesinnes spürt die
Schlange ihre Beute selbst bei absoluter Dunkelheit punktgenau auf, attackiert
und tötet sie.
Sinnesorgane
Schlangen sind auf verschiedene Weise in der Lage,
Reize aus ihrer Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Allen gemein ist die
Aufnahme von Gerüchen
(flüchtigen Stoffen) über die Nase und nichtflüchtigen Duftstoffen
mittels ihrer gespaltenen Zunge (nasovomeraler Sinn). Im Inneren des Mauls
führen sie die Zungenspitzen in das Jacobson-Organ,
zwei kleine Vertiefungen am Gaumen. Dort werden die Duftstoffe dann analysiert,
ähnlich den Gerüchen im Riechzentrum. Mit den beiden
Spitzen können die Schlangen gleichzeitig unterschiedliche Düfte wahrnehmen und
daraus räumliche Informationen gewinnen. Dies ermöglicht ihnen das Aufspüren
und Verfolgen von Beutetieren oder paarungsbereiten Geschlechtspartnern. Der
Zweck des häufigen Züngelns ist folglich die Erforschung ihrer Umgebung.
Ähnlich wie auf
diesem Wärmebild nimmt die Schlange mittels ihrer
Infrarotrezeptoren warmblütige Beutetiere wahr
Labialgruben bei
einem Python
Einige Arten haben Sinnesorgane
zur Wahrnehmung infraroter Strahlung entwickelt. Die Grubenottern
besitzen ein Organ (das namensgebende Grubenorgan),
mit denen ihnen dies möglich ist. Es handelt sich dabei um eine Sinnesgrube
zwischen Auge und Nasenloch, mit Hilfe derer Temperaturunterschiede von bis zu
0,003 °C registriert werden können. Ein ähnliches Organ haben die Riesenschlangen
entwickelt, bei ihnen sind dies die Labialgruben.
Diese befinden sich in den Schuppenreihen der Ober- und Unterlippe. Sie sind
weniger empfindlich als das Grubenorgan und in der Lage, Temperaturunterschiede
von bis zu 0,026 °C wahrzunehmen. Beide Infrarot-Sinnesorgane dienen lediglich
dem Aufspüren endothermer Beutetiere. Diese heben sich,
trotz eventuell vorhandener Tarnfärbung, sehr deutlich von ihrer Umgebung ab;
insbesondere nachts, wenn der Unterschied zwischen Umgebungs- und
Körpertemperatur noch größer ist als tagsüber. Zum Auffinden ektothermer
Beutetiere sind diese Sinnesorgane nicht hilfreich. Hierzu werden nasovomeraler
Sinn und Augen eingesetzt.
Die Augen spielen in der
Sinneswahrnehmung von Schlangen hauptsächlich bei der Identifikation anderer
Schlangen (Rivale oder möglicher Geschlechtspartner), anderer Tiere (Beute oder
Fressfeind) und der Orientierung im Raum eine Rolle. Es gibt viele
unterschiedlich ausgestattete Augen und dementsprechend ist auch das
Sehvermögen der Tiere unterschiedlich gut ausgeprägt. Einige Arten (meist
unterirdisch lebende Schlangen) haben nur mit Stäbchen
ausgestattete Augen, können also nur Helligkeitsunterschiede von Objekten
erkennen, keine Farben. Andere wiederum haben nur Zapfen,
können also Farben, jedoch keine Helligkeitsunterschiede wahrnehmen. Diese
Arten sind, sofern sie keine Infrarotrezeptoren besitzen, auf Tagaktivität
beschränkt. Die am höchsten entwickelte Augenform weist Zapfen und Stäbchen
auf; derart ausgestattete Schlangen können theoretisch zu jeder Zeit, auch
nachts und in der Dämmerung, aktiv sein. Des Weiteren gibt es dünne und dicke
Zapfen, die sich in unterschiedlicher Kombination mit den anderen finden. Deren
Funktionsweise ist allerdings bisher nicht geklärt.
Das Gehör von Schlangen nimmt
durch die Luft übertragene Schallwellen nur sehr schlecht bis gar nicht wahr,
da kein Außenohr
vorhanden ist. Sie sind jedoch fähig, mittels ihres Innenohrs
Erschütterungen des Bodens zu registrieren. Voraussetzung dafür ist, dass der
Kopf auf dem Boden aufliegt. Die Erschütterungen werden dann über eine Reihe
von Knochen, die mit dem Unterkiefer verbunden sind, ins Innenohr übertragen.
Dieser Vorgang ist vergleichbar mit der Weiterleitung akustischer Signale durch
die Gehörknöchelchen im Mittelohr der Säugetiere. Da die
linke und die rechte Hälfte des Unterkiefers einer Schlange nicht starr,
sondern durch flexible Bänder miteinander verbunden ist, können beide Hälften
des Unterkiefers unabhängig voneinander in Schwingungen versetzt werden. Dies
ermöglicht Schlangen auch eine Richtungswahrnehmung.
Wenn sich ein größeres Lebewesen
auf die Schlange zubewegt, kann sie dies anhand der Stärke der Vibrationen
einschätzen und ist meist schon in ein Versteck geflüchtet, bevor der
potentielle Feind sie erreicht.
Hi Leute!!!
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